Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

Drucksache - 21-4562  

 
 
Betreff: RISE-Fördergebiet Entwicklungsraum Billstedt-Horn (Förderprogramm Soziale Stadt) - Aufnahme des Projektes ‚Angebotserweiterung Kombibad Billstedt‘ in das Integrierte Entwicklungskonzept Billstedt-Horn (IEK)
Status:öffentlichDrucksache-Art:Vorlage öffentlich
Federführend:Fachamt Interner Service   
Beratungsfolge:
Stadtentwicklungsausschuss Ost
26.09.2018 
Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses Ost ungeändert beschlossen   
Bezirksversammlung Hamburg-Mitte
25.10.2018 
Sitzung der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

Der Stadtentwicklungsausschuss Ost hat in seiner Sitzung am 26.09.2018 der nachfolgend aufgeführten Vorlage einstimmig zugestimmt.

 

 

Vorbemerkung / Hintergrund

Das Hallen- und Freibad Billstedt in der Archenholzstraße liegt im RISE-Fördergebiet
Bill­stedt-Horn. Das Leitziel der RISE-Gebietsentwicklung ist es, dass die Stadtteile Horn und Billstedt im Zuge der Entwicklungsmaßnahme zu Hamburgs familienfreundlichsten Stadtteilen gehören werden (siehe IEK Billstedt-Horn, Fortschreibung Stand März 2016). Im Einklang mit dieser Zielsetzung ist durch geplante Wohnungsbauvorhaben im Hamburger Osten in naher Zukunft ein erheblicher Bevölke­rungszuwachs zu erwarten. Die Wohnungsbauvorhaben sind im Wesentlichen auf Fami­lien ausgerichtet (vgl. Bezirkliches Wohnungsbauprogramm 2018).

 

Die geplante Angebotserweiterung am Standort des Kombibades Billstedt soll auf das Image im Fördergebiet Billstedt-Horn positiv verstärkend wirken. Darüber hinaus gehend soll das Kombibad Billstedt als „regionales Rutschenzentrum“ Besucherinnen und Besucher aus ganz Ham­burg und des Umlands anziehen.

 

Bäderland Hamburg GmbH als Betreiberin des Bades ist gehalten, in 2019 eine wichtige Betonsanierungsmaßnahme durchzuführen. Die Kombination mit der geplanten Anlagenerweiterung wird zeitliche und baumaß­nahmentechnische Synergieeffekte erlauben (Koordinations- und Projektsteuerung, einma­lige Standortschließung unter Aufrechterhaltung des Freibadbetriebes).

 

Das Bad übernimmt – neben der Freizeitversorgung in Billstedt mit Schwimm-, Bade- und Kursangeboten – auch wichtige Aufgaben für das Schulschwimmen und den Vereinssport. Es ist bereits aktuell sehr gut ausgebucht und besucht. Es gibt bspw. Angebote für Frühschwimmerinnen und –schwimmer. Speziell für Kinder werden u. a. im Rahmen des Hamburger Ferienpassprogramms besonde­re Programme aufgelegt.

 

Mit dem Ziel, die Attraktivität und den Freizeitwert zu verbessern, wurde das Kombibad
Billstedt bereits ab 2008 über einzelne Maßnahmen modernisiert und zu einem generationsübergreifenden, familienfreundlichen Bad mit er­weiterten Öffnungszeiten entwickelt. Diese Maßnahmen wurden durch die Gäste gut angenommen und haben besonders in den ersten Jahren zu einer deutlichen Steigerung der Besucherzahlen um durchschnittlich rund 30 Prozent gegenüber vorher geführt. Bereits die ersten Rutschen sowie weitere Actionangebote (Überwasserkletterwand, Outdoor-Wasserspielplatz) haben zu einer Entzerrung der unterschiedlichen Nutzerinteressen auf begrenzter Wasserfläche ge­führt und mehr Raum für Erwachsene und ältere Generationen zum Schwimmen sowie für Gesund­heits- und Fitnesskurse geschaffen.

 

 

Projektidee / Projektskizze: Regionales Rutschenzentrum

Sowohl mit Blick auf die benachbarten bzw. im näheren Umkreis liegenden Bäder und ihre jeweiligen Schwerpunktsetzungen (Kleinkinderbereiche, Sauna / Spa) als auch aufgrund der örtlichen Gegebenheiten soll der Actionschwerpunkt und der erzielte Aufschwung für den Stadtteil Billstedt und für das Familienbad erhalten, gestärkt und perspektivisch weiter vorangetrieben werden. Nach Auffassung der Betreiberin ist es nach zehnjährigem Betrieb angezeigt, für das Bad ganzjährig neue, Gäste anziehende Angebotsakzente und Erlebnis­werte zu setzen. Die geplante Erweiterung zu einem regionalen Rutschenzentrum umfasst als Gesamtprojekt die Ergänzung der bestehenden Anlage um zwei neue Rutschentypen, die sehr gut zum Familienbadprofil in Billstedt passen. Gedacht ist dabei an eine Kombina­tion einer so genannten „High-Speed-Rutsche“ mit einer Trichterrutsche sowie in einer zwei­ten Anlage an eine Doppelrutsche, die auf nebeneinander liegenden transparenten Bahnen Vergleich und Wettbewerb erlaubt. Beide Rutschentypen sind auf unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtet, so dass sich die Attraktivität des Kombibades sehr deutlich und besonders für Kinder, Jugendliche und Familien erhöhen wird. Das Kombibad Billstedt wird  damit die einzige Anlage mit einem solchen Angebotsschwerpunkt in ganz Hamburg sein.

 

Im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung sind bereits seitens der Betreiberin die Standortgegebenheiten, verfügbaren Flächen und die Integration mit den Bestandsrutschen mit einem positiven Ergebnis geprüft worden.

 

Durch den weiteren Ausbau des ‚Actionschwerpunktes‘ im Kombibad Billstedt sind nicht nur zusätzliche Besucherinnen und Besucher zu erwarten. Denn gleichzeitig wird durch die neuen Angebote für nicht actionorientierten Gäste eine entspanntere Nutzbarkeit erwartet.

 

Die Option, am Kombibad Billstedt spezielle Zeitfenster für die aus­schließliche Badnutzung durch Frauen (oder Frauen mit Kindern) anzubieten, wird im Rahmen des Projektes geprüft.

 

 

Bisheriger Projektverlauf, heutige Kostenveranschlagung und geplante RISE-Förderung

Nach Vorgesprächen und einem ersten Ideenaustausch Ende 2017 zwischen Bezirksamt, Bäderland und Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) wurde eine grundsätzliche Förderwürdigkeit durch die BSW bescheinigt. Unter der Prämisse, dass diese zeitnah eingesetzt werden können (2018 und 2019), stehen hierfür RISE-Fördermittel der Bund-Länder-Städtebauförderung aktuell zur Verfügung. 

 

Die zentralen Eckdaten und Parameter für die Planung und Umsetzung des Gesamtprojektes wurden seitens Bäderland im April 2018 mit dem Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung gemeinsam erörtert. Um angesichts der aktuell rasanten und  schwer kalkulierbaren Baupreisentwicklung auf einer mög­lichst sicheren Kostenbasis agieren zu können, soll ein zweistufiges Verfahren zur Anwendung kommen: In der vorangeschalteten ‚Planungsphase‘ werden zunächst die Grundlagen ermittelt. Die ins Auge gefasste Förderung der Baumaßnahme (Vergabe- und Umsetzungs­phase) erfolgt erst auf Basis der in dieser 1. Stufe ermittelten zu erwartenden Kosten. Die Gesamtkosten werden derzeit (Stand August 2018) auf rd. 4,5 Mio. € geschätzt, von denen insgesamt (Stufe 1 und 2) 3 Mio. € aus RISE gefördert werden sollen und 1,5 Mio. € als Eigenanteil bei der Antragstellerin verbleiben sollen.

 

Zeitlich parallel sind durch Bäderland umfängliche und notwendige Betonsanierungs­maßnahmen anberaumt. Die Kosten für diese Maßnahmen in Größenordnung von 4,5 Mio. € sind ohne den Einsatz von RISE-Mitteln zu finanzieren. Über ein konzertiertes Handeln besteht die Chance, in erheblichem Maß Synergieeffekte nutzbar zu machen.

 

Am 13. Juni 2018 wurde der Beirat Billstedt-Horn über das Vorhaben der Bäderland GmbH Hamburg und eine geplante RISE-Förderung durch das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung informiert und hat es grundsätzlich befürwortet. Über die Höhe der Kosten und Finanzierung konnte aufgrund der im Juni 2018 noch laufenden Vorklärungen mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen noch nicht berichtet werden.

 

 

Abgrenzung zum Teilprojekt „Betonsanierung“

Die umfängliche und notwendige Stahlbetonsanierung der Tragkonstruktion des Hallen­bades, der Neubau des 25 m-Mehrzweckbeckens und die Teilerneuerung des Nichtschwimmer­beckens, der technischen Anlagen sowie der Fassaden sind in einem weiteren Maßnahmen­paket subsummiert. Durch eine zeitliche Abstimmung beider Großprojekte – Betonsanierung und Rutschenangebotserweiterung) – sollen Synergieeffekte in erheblichem Maß nutzbar gemacht werden (Baustelleneinrichtung, zeitliche Schließung). Eine voneinander getrennte Abrechnung und Abwicklung beider Projekte als Voraussetzung für die jeweilige Kosten- und Finanzierungsplanung ist gewährleitet. Gleichzeitig erfordern Zeitpläne und saisonal eingeschränkte Möglichkeiten ein zügiges, konzertiertes Handeln auf Seiten aller Beteiligten.

 

Der Stadtentwicklungsausschuss Ost wird gebeten, zur Aufnahme der Maßnahme ‚Angebotserweiterung Kombibad Billstedt‘ in das Integrierte Entwicklungskonzept Billstedt-Horn und zur vorgesehenen Förderung aus Mitteln des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung auf Basis der mit der Drucksache des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung beschriebenen Projektplanung und Zweckbestimmung eine positive Beschlussempfehlung für die Bezirksversammlung abzugeben.

 

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Die Bezirksversammlung wird gebeten, den Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses Ost zu bestätigen und damit der Aufnahme der Maßnahme ,Angebotserweiterung Kombibad Billstedt‘ in das Integrierte Entwicklungskonzept Billstedt-Horn und der vorgesehenen Förderung aus Mitteln des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung auf Basis der mit der Drucksache des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung beschriebenen Projektplanung und Zweckbestimmung zuzustimmen.