Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

Drucksache - 21-2369  

 
 
Betreff: Hammer Landstraße zurückbauen - Antrag zur Schlussverschickung "Erhaltungsmanagement für Hamburgs Straßen; Hammer Landstraße, Sievekingdamm bis Diagonalstraße"
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag öffentlich
Federführend:Fachamt Interner Service Beteiligt:Fachamt Management des öffentlichen Raumes
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Hamburg-Mitte
23.06.2016 
Sitzung der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

In der Sitzung des Verkehrs- und Umweltausschusses Ende Februar wurden die Maßnahmen des Erhaltungsmanagements für Hamburgs Straßen entlang der Hammer Landstraße zwischen Sievekingsdamm und Diagonalstraße vorgestellt. Im Zuge der aufwändigen Sanierung soll auch der Straßenquerschnitt verändert werden. Hierfür wurden zwei Varianten für die Hammer Landstraße erarbeitet. Beide Varianten räumen dem Radverkehr, moderner Verkehrsplanung folgend, auf der Straße mehr und sicheren Raum ein. Die ehemaligen erhöhten Radwege werden zu Gunsten der Fußgänger und der Aufenthaltsqualität zurückgebaut. Insbesondere die Variante 2, die einen Rückbau der Hammer Landstraße auf nur noch drei Spuren vorsieht, mit zwei Spuren stadteinwärts und einer Fahrspur stadtauswärts, ist interessant. Denn gegenüber der Variante 1, die eine unveränderte Breite der vierspurigen Straße und der Randflächen vorsieht, gewinnt Hamm mit Variante 2, durch die Reduzierung auf nur drei Fahrspuren, tatsächlich Freiraum zurück. Sie gibt den Anwohnerinnen und Anwohnern ein Stück ihres Stadtteils wieder und reduziert langfristig die örtliche Verkehrsbelastung. Die scharfe Teilung des Stadtteils, die durch die Hammer Landstraße entsteht, wird durch diese Variante reduziert.

 

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) bevorzugt Variante 1 mit einer vierspurigen Hammer Landstraße. In der ersten Verschickung hielt er Variante 2 gleichwohl für machbar, befürchtete jedoch, dass die nötige Erhöhung der Anzahl der Spuren in den Kreuzungsbereichen und die anschließende Reduzierung zurück auf drei Spuren in den Zwischenabschnitten zu zahlreichen Spurwechselvorgängen führt, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Jedoch scheint der LSBG die Fähigkeiten der Autofahrer in der Großstadt Hamburg zu unterschätzen, die auf ihren Wegen durch die Stadt zahlreiche Spurwechsel bewältigen. Überdies dürfte durch eine dreispurige Führung der Hammer Landstraße und weitere verkehrslenkende Maßnahmen, im Umfeld sowie auf den Zubringern zur Hammer Landstraße, die Fahrzeugbelastung hier abnehmen, was wiederum ein Plus an Übersichtlichkeit für die Verkehrsteilnehmer mit sich bringt. Das Umschwenken der Verkehrsteilnehmer von der Hammer Landstraße hin zur Eiffestraße ist in Hamm sehr erwünscht. Die Eiffestraße ist als Bundesstraße, neben der Sievekingsallee, die Durchgangsstraße für den Stadtteil. Die Hammer Landstraße soll diese Funktion nicht erfüllen.

 

Am 3.5.2016 verabschiedete der Hauptausschuss eine Stellungnahme der Bezirkspolitik, die sich für die Variante 2 aussprach. Der LSBG hat dies jedoch nicht berücksichtigt und in seiner Schlussverschickung die Variante 1 gewählt.

 

Eine zweite Verschickung, wie bisher immer üblich und vorgeschrieben, gab es nicht.

 

Daher wird hiermit erneut betont, dass die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte der Variante 2 eindeutig den Vorzug gibt und deren Umsetzung wünscht. Die gefühlte Teilung Hamms durch die Hammer Landstraße wiegt weiterhin schwer. Ein Zuwachs an Freiraum für die Anwohner und Anwohnerinnen schafft eine neue Wahrnehmung der Quartiere entlang der Strecke mit mehr Aufenthaltsqualität und stellt eine Entwicklungsmöglichkeit entlang der Geestkante bis nach Billstedt dar. Hamburg entwickelt bereits für fünf Millionen Euro parallel zum Wohnungsbau im Hamburger Osten den Grünzug Horner Geest als eine neue Landschaftsachse vom Hauptbahnhof bis nach Öjendorf. Auch das Billstedter Zentrum wird bereits im Bezirksamt ganzheitlich geplant. Diese Entwicklungen mit einem Gesamtkonzept für den Hamburger Osten zu begleiten, hat für die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte oberste Priorität, und sollte es auch für den LSBG haben.

 

Es ist ein deutlicher Gewinn, wenn die Hammer Landstraße, parallel zur B5/Eiffestraße und neben der Sievekingsallee, als Durchgangsstraße an Attraktivität verliert und Hamm als ruhiger Wohnstadtteil im Herzen Hamburgs gestärkt wird.

 

 


Petitum/Beschluss:

 

Vor diesem Hintergrund möge die Bezirksversammlung beschließen:

 

1. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte begrüßt die gründliche Sanierung der Hammer Landstraße zwischen Sievekingdamm und der Diagonalstraße.
2. Sie spricht sich dafür aus, dass die Hammer Landstraße, dort wo es möglich ist, auf höchstens drei Spuren zurückgebaut wird (Variante 2).
3. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte wird zudem gebeten, sich bei der Umsetzung der Baumaßnahmen für eine möglichst umfangreiche Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Anwohnerinnen und Anwohner der Hammer Landstraße einzusetzen.
4. Darüber hinaus erwartet die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, dass für die Baumaßnahmen gefällt Bäume ohne Ausnahme ersetzt werden, wenn möglich ortsnah.
5. Zudem wird das Bezirksamt Hamburg-Mitte gebeten, sich für alle Maßnahmen einzusetzen, die den Durchgangsverkehr von der Hammer Landstraße weg und auf die Eiffestraße leiten.

6. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, mit der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Gespräche einzutreten, damit die Forderungen und Anregungen der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte bei den Planungen Berücksichtigung finden.

 

Stammbaum:
21-2369   Hammer Landstraße zurückbauen - Antrag zur Schlussverschickung "Erhaltungsmanagement für Hamburgs Straßen; Hammer Landstraße, Sievekingdamm bis Diagonalstraße"   Fachamt Interner Service   Antrag öffentlich
21-2369.1   Hammer Landstraße zurückbauen - Antrag zur Schlussverschickung "Erhaltungsmanagement für Hamburgs Straßen; Hammer Landstraße, Sievekingdamm bis Diagonalstraße"   Fachamt Interner Service   Mitteilung öffentlich