Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

Drucksache - 21-1854  

 
 
Betreff: Veddeler Norden / Beiratsempfehlung vom 10.11.2015 / Nachsorgegebiet Veddel
Status:öffentlichDrucksache-Art:Vorlage öffentlich
Federführend:Fachamt Interner Service Beteiligt:Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung
Beratungsfolge:
Ausschuss für Wohnen und Stadtteilentwicklung
04.02.2016 
Sitzung des Ausschusses für Wohnen und Stadtteilentwicklung ungeändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

Sachverhalt:

 

Der Beirat Veddel wurde auf seiner Sitzung vom 10.11.2015 ausführlich über die Planungen zur Östlichen Anbindung Haupthafenroute und die Planungen auf dem Kleinen Grasbrook im Zuge der Olympiabewerbung informiert. Im Fokus stand dabei die städtebauliche Entwicklung verbunden mit einem Nutzungskonzept im Veddeler Norden.

 

Vor diesem Hintergrund hat der Stadtteilbeirat Veddel – Kleiner Grasbrook beschlossen:

  1. die Hamburg Port Authority wird aufgefordert, eine LKW-Vorstaufläche im Veddeler Norden endgültig aufzugeben,
  2. die zuständigen Behörden, insbesondere die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, werden aufgefordert, unverzüglich eine geeignete Alternativfläche nachzuweisen,
  3. die Ergebnisse des Deichparkverfahrens bilden die Grundlage für die städtebauliche Entwicklung des Veddeler Nordens,
  4. die Realisierung der östlichen Anbindung der Haupthafenroute soll mit einer möglichst geringen Flächen-Inanspruchnahme des Innenbereiches der ehemaligen Zollfläche erfolgen.
  5. der Bau eines Tunnels zwischen Haupthafenroute und Anschlussstelle Georgswerder wird aufgrund der Entlastungen der Veddel und der Harburger Chaussee von LKW-Verkehr und der Verbesserung der Wohnqualität ausdrücklich begrüßt,
  6. Bezirksamt und Fachbehörden und Politik werden aufgefordert, sich für einen Tunnel von der Haupthafenroute zur Anschlussstelle Georgswerder einzusetzen und seine Finanzierung zu gewährleisten,

Teilnehmervotum:                21 Ja-Stimmen               0 Nein-Stimmen               7 Enthaltungen

Beiratsvotum:                   10 Ja-Stimmen                             0 Nein-Stimmen               2 Enthaltungen

Votum Politik:                            2 Ja-Stimmen                             0 Nein-Stimmen               0 Enthaltungen

 

 

Stellungnahme des Fachamtes Stadt- und Landschaftsplanung (SL):

Das Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung unterstützt die in Rede stehende städtebauliche Entwicklung des Veddeler Nordens ausdrücklich.

 

Der Leitungsausschuss für die Programmsteuerung (LAP) hat am 09.12.2015 entschieden, dass für das in der Nachsorge befindliche Fördergebiet Veddel im 1. Halbjahr 2016 die programmatische Perspektive geprüft und ein Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) aufgestellt wird mit dem Ziel, eine Neuanmeldung im RISE Kontext zu erreichen. In diesem Zusammenhang wird die städtebauliche Entwicklung des Veddeler Nordens eine zentrale Rolle spielen.

 

Die konkreten Zielvorgaben für diesen Raum werden im Laufe dieses Jahres im Rahmen der Erarbeitung des IEK zu klären sein. Mit dem Deichparkverfahren wurden bereits erste Lösungsansätze für den Veddeler Norden entwickelt, die in erster Linie auf eine Wohnnutzung abzielen. Es handelt sich dabei um Vorüberlegungen zu einer städtebaulichen Neuordnung, nicht um eine finale Planung. Insbesondere für die Art der Nutzung müssen im Rahmen des IEK Zielvorgaben entwickelt werden. Aufgrund der sehr hohen Belastungssituation (Gleisfeld im Westen, Autobahn und emittierendes Gewerbe im Osten) in diesem Bereich ist eine Wohnnutzung aus Sicht des Fachamtes SL hier kaum realisierbar. Vielmehr muss es hier im Zuge einer städtebaulichen Neuordnung in erster Linie um eine Versorgung des Wohnstandortes Veddel mit Einzelhandel, Gewerbe und Dienstleistungen (Ärzten) gehen, um darüber den Wohnstandort Veddel insgesamt zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund wird der Empfehlung in Punkt 3 nicht gefolgt.

 

Voraussetzung für die Entwicklung der Flächen im Veddeler Norden ist die Verfügbarkeit über diese (d. h. die Entlassung aus dem Hafengebiet und Verkauf durch die BIMA). Die HPA hat im Beirat bekräftigt, dass sie unter der Voraussetzung einer Alternativfläche ihre Planungen für das PreGate im Veddeler Norden aufgibt. Eine Entscheidung über eine Ersatzfläche stehe aber nach wie vor aus. Das Fachamt SL wird im Rahmen der Erarbeitung des IEK vor diesem Hintergrund die Verhandlungen mit den beteiligten Akteuren aufnehmen.

 

Eine Tunnellösung der Haupthafenroute an die Anschlussstelle Georgswerder wird auch seitens des Fachamtes SL befürwortet, weil damit eine erhebliche Verbesserung der verkehrlichen Situation des gesamten Wohnstandortes erreicht wird. Diese sogenannte Südanbindung war aber bisher verknüpft mit der Olympiabewerbung. Insofern ist dieser Sachverhalt klärungsbedürftig.

 

 

 

 


Petitum/Beschluss:

Um Beschlussfassung wird gebeten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlage: Erläuterungstext zur Empfehlung