Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

Drucksache - XX/4363  

 
 
Betreff: Transparenzoffensive: Fachdiskussion um die Zukunft der City Hochhäuser (City-Hof) in einem öffentlichen Workshop
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag öffentlich
Federführend:Fachamt Interner Service   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung Hamburg-Mitte Entscheidung
19.09.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte abgelehnt   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag

 

 

Seit dem 01. Mai 2013 stehen die vier City-Hochhäuser am Klosterwall 2-8 unter Denkmalschutz. Aufgrund des neuen Denkmalschutzgesetzes in Hamburg, das zum 01.05.2013 in Kraft getreten ist, wechselten die Hochhäuser vom sog. „erkannten“ Denkmal zu denkmalgeschützten Gebäuden. Es handelt sich um einen Gebäudekomplex aus den 1950er Jahren. 1954 wurde der Grundstein für die vier Hochhäuser gelegt. Geplant wurden die Bauten vom Hamburger Architekten Rudolf Klophaus und ca. 1958 fertiggestellt. Der City Hof bezeichnet eine Gruppe von vier Hochhäusern. Es waren dies die ersten Hochhäuser der Hamburger Innenstadt seit dem Bau des Klockmann-Hauses in den 1930er Jahren. Die Fassade des City Hofs war im Originalzustand mit quadratischen weißen Keramikplatten verkleidet und durch bündig sitzende Holzfenster gegliedert. Dieser Zustand wurde 1972 durch den Einsatz von Kunststofffenstern und eine Verkleidung der Fassade mit grauen Eternitplatten im Jahre 1977 grundlegend verändert. Die ursprüngliche Keramik­fassade ist unter den Eternitplatten nach wie vor erhalten. Außerdem neu für Hamburg war eine integrierte Einkaufspassage.

 

Die City-Hochhäuser werden gegenwärtig überwiegend vom Bezirksamt Hamburg-Mitte als Büroflächen genutzt. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte wird nach derzeitigen Planungen in einen Neubau am Schultzweg in Hamburg-Mitte umziehen.

 

Die Zukunft der City-Hochhäuser am Klosterwall ist hingegen weiter ungeklärt. In diesem Zusammenhang gibt es sehr unterschiedliche Ansichten in der Stadt. Von „Hässlich", über „Bausünde der 1960er Jahre" bis hin zu „Schandfleck" gibt es Äußerungen über die City-Hochhäuser in der Presse. Aber es gibt auch genauso die Meinung, dass es sich um zu schützende 1950er Jahre Architektur handelt, die nur in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden muss, um ihren zeitgemäßen Charakter wieder zum Ausdruck zu bringen.

 

Insbesondere die Ladenpassage im Gebäudekomplex ist untergenutzt und es bestehen, abgesehen von den Besuchern des Kundenzentrums des Bezirksamtes, keine nennenswerten fußläufigen Frequenzen. Diese Wirkung wurde durch das provisorische Schließen des Durchganges am Kundenzentrum noch verstärkt. Diese Situation könnte man durch eine Modernisierung im Bestand ändern und eine fußläufige Wegeverbindung in die HafenCity schaffen.

 

Es muss ein verantwortlicher und für die Öffentlichkeit transparenter Umgang mit den City-Hochhäusern durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte in Zusammenarbeit mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gewährleistet werden. Es ist dringend erforderlich, zeitnah eine fachliche Diskussion in einem Workshop öffentlich zu führen, in der alle Fakten und Daten in Bezug auf die City-Hochhäuser auf den Tisch kommen. Bereits vorliegende Gutachten über den Zustand der Gebäude sind in den Diskurs einzubeziehen bzw. derartige Gutachten sind vor einem möglichen Abriss der Gebäude erst einmal zu erstellen. Nur so kann die städtebauliche Bedeutung des Standortes, der Sanierungsbedarf der Bauten und die Denkmaleigenschaft entsprechend gegeneinander objektiv abgewogen werden.

 

Das Denkmalschutzamt hat begonnen, auch Gebäude aus den 1950er Jahren unter Schutz zu stellen. Zu erinnern ist dabei, dass maßgeblich für den Denkmalschutz  weder die Schönheit noch der Geschmack ist, sondern für eine Unterschutz­stellung die Maßgabe sein muss, charakteristische bauliche Zeitzeugen historisch im Stadtbild zu erhalten. Eine öffentliche Fachdiskussion über den Wert der Bauten der 1950er Jahre in Hamburg ist für die Akzeptanz in der breiten Bevölkerung ohnehin überfällig.

 

 

 


Die Bezirksversammlung möge beschließen,

 

  1. die Durchführung eines öffentlichen Workshops durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte unter Mitwirkung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zur Zukunft der City-Hochhäuser. Es handelt sich dabei um eine Fachdiskussion, die alle vorliegenden Gutachten über die Cityhochhäuser einbezieht und mit geladenen Experten zu führen ist.

 

  1. die Durchführung dieses Workshops noch im Jahr 2013 zu terminieren.